10 Tipps für Arbeitgeber, die Geflüchtete einstellen wollen

  • Sie blicken in den Ausweis des Geflüchteten. Wenn dort steht: „Arbeitsaufnahme ist gestattet“, dann können Sie direkt ein Arbeitsverhältnis beginnen. Wenn etwas anderes dort steht, muss der Geflüchtete eine Arbeitserlaubnis bei der Ausländerbehörde beantragen. Das ist ganz einfach: Es gibt dafür ein Formular, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam ausfüllen, und vom Arbeitnehmer bei der Ausländerbehörde abgegeben werden muss. Nach 2-3 Wochen kommt die Antwort per Post – fast immer positiv. (Dieses Formular bekommt der Geflüchtete von der Ausländerbehörde direkt oder bei seinem Betreuer/ Fallmanager.) Wenn Sie weitere Fragen haben: Die Arbeitsagentur hat einen Arbeitgeber-Service (0800 4 5555 20). Sie landen dann direkt in der örtlich zuständigen Agentur für Arbeit.
  • Sie können einen Zuschuss zur Einarbeitung bei der Arbeitsagentur beantragen. Wenn die Einarbeitung über das normale Maß hinausgeht, können Sie beim Arbeitgeber-Service einen Antrag dafür stellen.
  • Stellen Sie den Geflüchteten für ein Praktikum ein (am besten 6 Wochen, in drei verschiedenen Bereichen jeweils 2 Wochen), dann können Sie bei der Arbeitsagentur für den Praktikanten Haftpflichtversicherung und Fahrtkosten über „MAG“ Maßnahme für Arbeitgeber“ abdecken.
  • Zu Beginn des Arbeitsverhältnisses sollten Sie mit dem Geflüchteten über die Regeln bzgl. Pünktlichkeit, Krankheitsmeldung, Gründe für Arbeitsausfall sprechen. Am besten bereiten Sie eine Liste mit wichtigen Regeln vor und gehen Sie genau durch. Fragen Sie nach, ob alles verstanden wurde.
  • Bereiten Sie sich innerlich darauf vor, dass die Geflüchteten andere Gewichtungen in ihren Prioritäten haben. Z.B. steht bei vielen die Familie über allem. Das kann bedeuten, dass ein Krankheitsfall in der Familie dem Arbeitnehmer verbietet zur Arbeit zu gehen. Darüber müssen Sie mit dem Arbeitnehmer sprechen.
  • Bedenken Sie, dass die Geflüchteten durch schlechte Nachrichten von Amt, Behörde oder aus der Heimat aus der Bahn geworfen werden können. Die meisten haben furchtbare Erlebnisse im Krieg und auf der Flucht erfahren. Mit diesen Erlebnissen leben und arbeiten sie hier. Jedoch kann ein Trauma wieder aufbrechen, wenn sie große Enttäuschungen erfahren.
  • Ermutigen Sie die Kollegen, dem neuen Mitarbeiter zu helfen und ihm ein angenehmes Betriebsklima spüren zu lassen.
  • Empfehlen Sie den Geflüchteten, alles nachzufragen, was sie nicht verstanden haben.
  • Schenken Sie ihnen zum Arbeitsbeginn ein Oktav-Heft für alle neuen Worte und Fachausdrücke, die er bei der Arbeit hört. Und motivieren Sie Ihre Kollegen, ihnen neue Worte in dieses Heft zu schreiben.
  • Motivieren Sie die Geflüchteten, sich auch in ihrer Privatzeit mit Deutschen zu verabreden, einem deutschen Verein beizutreten z.B. für Sport, Freiwillige Feuerwehr, Musik etc.. Vermitteln Sie ihm, dass er von dem praktizierten Deutsch auf seiner Arbeit profitiert und dass deutsche Kontakte auch sehr wichtig für das Finden einer Wohnung oder Arbeitsstelle sind.

→ 10 Tipps für Geflüchtete in der Arbeit